LA METHODE WILFART - ANALYSER CONSTRUIRE HARMONISER PAR LA VOIX - LE CHANT LE SOUFFLE ET LE SON
menuleft.gif

     

 

      






 

      

o
   

Der Gebrauch der Stimme, des Atems und des Körpers : soziologische Perspektiven
# zurück zu Presseartikels

Die soziologischen Konzepte des Autors dieser Zeilen bestehen aus einer Anzahl Analyseelementen, die es ihm ermöglichen die soziale und historische Realität in der lebt, zu verstehen, aber auch zu hinterfragen. Wie jedermann weiß, erleidet alles menschliche Leben den Einfluss der Gruppe, lernt aber auch von ihr wie und was getan werden soll, was gedacht werden soll und nicht, was empfunden wird und wie es ausgedrückt wird und so weiter.
Das bedeutet, dass das soziale und kulturelle Umfeld weit mehr Bedeutung hat, als von einem individualistischen Standpunkt wahrgenommen wird. "Wir haben uns Sitten und Moral geschaffen," sagt die Soziologie, deshalb kann man behaupten, dass wir Abbild unseres Lebens- und Sozialmilieus sind.

Der soziokulturelle Determinismus lastet also schwer auf unserem persönlichen Leben, sehr zum Leidwesen des noblen Gedankens einer inneren Freiheit, nach dem wir als Ebenbild Gottes geschaffen sind. Wir sind in unserem Gebaren vorgeprägt, und was uns eigen ist, wird kaum ermutigt sich zu entfalten. Trotzdem ist diese Eigenart unser ureigenes Gut, dessen Entfaltung und Wachstum am Ursprung aller Errungenschaften und Erneuerungen stehen. Diese Eigenart kann man Atem oder Geist nennen; man könnte auch Genie oder Stimme sagen, ebendiese, die sich in orientalischen Märchen in den vielfältigsten Dingen verstecken.

Bevor ich meine Ausführungen über Atem und Geist weiterführe, würde ich anmerken, dass, soziologisch gesehen, die sozialen Verhältnisse konfliktgeladen, und nicht harmonisch sind. Mein Gegenüber ist mir kaum brüderlich gesinnt und Missverständnis herrscht unter den Menschen. Die menschliche Symphonie ist bedingtermaßen kakophonisch und zahlreiche soziale Einrichtungen verwalten bestenfalls soziale Spannungen, ohne sie jedoch zu mildern oder abzubauen. Kurz gesagt, mit reinem Optimismus kann man da auch nicht allzu viel erreichen.

Wie aber singen die Menschen ? mit welcher Stimme ? mit welchem Atem ? mit welchem Körper ? Die Antwort des Soziologen auf die Frage lautet folgendermaßen : mit der Stimme, dem Atem und dem Körper, die durch Lern-Imperative des sozialen Milieus geformt wurden und im Einklang mit den individuellen Fähigkeiten und Grenzen. Stimme, Atem und Körper sind also sozialisiert. Sie sind wie jedes Verhalten, durch den Umgang geformt, und richten sich auch demnach, je nach der Stärke der sozialen Kontrolle.

Lassen Sie die Maske fallen !

Ist der Gebrauch der Stimme, des Atems und des Körpers aber so gut, dass er das Wesen in seiner Ganzheit und seiner Aufrichtigkeit ausdrückt ? der Soziologe kann darauf keine Antwort geben. Er kann die Richtigkeit der Werte als soziale Fakten erkennen, aber die Person allein kann den Werten Sinn geben und sie sich aneignen. Der soziale Mensch trägt also nur ein Maske oder ist Figur einer Dramaturgie, deren er sich entledigen muss, damit die Person zum Vorschein kommt. Nur dann kann er mit Serge Wilfart sagen, dass die Stimme des Menschen/Sängers verborgen ist, bestenfalls verformt, sogar mit den sehr guten anerzogenen Sitten. Genauso steht es um Atem und Körper, deren, seit der Geburt anerzogene Sitten, selten der Integrität und Authentizität des Wesens entsprechen. Dieses Wesen wird weithin verdrängt, und in den Fesseln der jeweiligen gesellschaftlichen Zwänge gehalten.

Immer nach oben

In der Auffassung der Soziologie läuft im menschlichen Leben alles nach gemeinsamen Regeln ab, die lieber nach oben streben, als nach unten.
Es geht nicht ums Sein, sondern um den Schein, unterstützt durch eine schlechte Körperhaltung. Der Größenwahn, oder das "Hochhinauswollen", in dem er den Schwerpunkt in die Schultern legt, macht das Körpergewicht zur Last, deren Gewicht die Wirbelsäule zerquetscht.

Das Krächzen des Kastraten

Andererseits hat die oberflächliche Atmung im oberen Brustkorb keine Stütze. Die von dieser Atmung erzeugte Stimme ist nur ein Schatten oder eine Art Kastratenkrächzen (auch wenn heutzutage die hohen Konterstimmen in Mode sind). Schließlich ist die im tiefen Inneren des Menschen gelegen Harmonie ständig durch Genauigkeitsprobleme des Tons gefährdet. In dem Fall offenbart auch das Mentale seine Disharmonie.

Die Angst, nicht auf der Höhe zu sein, versteift, und durch eine Überspannung der Wirbelsäule gerät der Körper aus dem Gleichgewicht und kommt zu Fall. Der Ursprung des Angstgefühls liegt darin, dass wir die ganze Lebenslast tragen. In Kürze wird sich der Verlust des Selbstwertgefühls einstellen, denn er liegt in der eigenen Überbewertung. Disharmonie ist sozusagen ein sozialer Gemeinplatz. Ihr Ursprung liegt im kollektiven Anspruch besser und mehr zu sein als die andern, demgegenüber ein Leben in Wahrheit heißt, in sich selbst hinabzusteigen, da, woher der tiefe Atem aufsteigt um den ganzen Körper zu erfüllen.

Der Einfluss der Gruppe

Wie jeder weiß, erleidet jeder Einzelne den Einfluss der Gruppe. Von ihr lernt er auch was getan werden soll und wie; was gedacht werden soll und was nicht; was man empfindet und wie man es mitteilt, usw.
Dies läuft darauf hinaus, dass soziale Fakten wichtiger sind im Alltagsleben, als allgemein anerkannt wird. "Wir haben Sitten und Moral erworben", behauptet die Soziologie. Deshalb kann man davon ausgehen, dass wir Abbild unseres Lebensmilieus sind. Die Soziologie des Körpers, ebenso wie die von den Lernprozessen der westlichen Welt angenommenen und vorgeschriebenen sozialen Verhaltensweisen, verweisen alle auf ein gemeinsames Faktum : die Verdrängung des eigentlichen Seins zu Gunsten einer auf den Schein ausgerichteten Person. Damit geht zweifelsfrei ein Verlust des Geistes und des Lebensatems einher.

Deshalb hat auch Serge Wilfarts Methode der Analyse, der Konstruktion und der Harmonie der Stimme solch tiefe Auswirkungen auf diejenigen, die sie praktizieren. "Sie sind tief erschüttert", sagt er selbst. Die Arbeit am Körper durch Atem und Klang reibt auf, wenn sie nicht gar zerstört. Eine Art Paulinischen Damaskusweges, ohne Wiederkehr. Verborgenes tritt hervor, eine Wiedergeburt stellt sich ein. "Magnifikat", sagen einige. Der soziokulturelle Druck wird gelöst und das Sein, das im tiefsten Inneren schlummerte, steht auf um Leib und Seele zu beleben.


Rodrigue Johnson, Doktor der Soziologie, Sherbrooke (Québec)
# zurück zu Presseartikels

 

        Méthode SERGE-WILFART © ®