LA METHODE WILFART - ANALYSER CONSTRUIRE HARMONISER PAR LA VOIX - LE CHANT LE SOUFFLE ET LE SON
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Erlebnisbericht von Francesco Gana über ein Atem/Stimme Seminar vom 8. bis 11. Februar in Camogli und ein Gesang Seminar in Bracchio vom 11. bis 17. Mai 2001
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Für mich ist das schönste und vitalste Erlebnis dasjenige, wo du etwas Ungeahntes erleben kannst. Ich habe an zwei Seminaren von Serge Wilfart teilgenommen, ein Atem/Stimme Seminar und ein Gesang Seminar, obwohl ich nicht Berufssänger bin. Glauben Sie mir, wenn ich behaupte, dass diese Erlebnisse reich und lebenswichtig waren.

Was habe ich da erlebt, was mich derart überrascht hat und was vollkommen unerwartet war ?

Zuerst konnte ich mir nicht vorstellen, dass die von Serge Wilfart geleitete Arbeit in der kurzen Periode von zehn bis fünfzehn Tagen, für jeden Teilnehmer eine echte Geschichte in Miniatur umreißen könnte, die sowohl die Emotionsbasis wie auch die Physis und Klangwelt betraf, und das bei dem, der eben exerzierte, wie bei denjenigen, die mit dabei waren.

Außerdem, und als Konsequenz davon, hat meine Präsenz und Identifikation mit der Arbeit der andern, und umgekehrt, sofort einen Kontakt zu den andern Teilnehmern hergestellt, die mir doch sonst weithin fremd bleiben. Dieser, auf einen bestimmten Bereich abgegrenzten Kontakt, geht sehr tief.

Jede Arbeitseinheit mit Serge Wilfart (jeder hat deren zwei pro Tag) bringt eine persönliche Entwicklung und ein individueller Fortschritt, an denen die Gruppe intensiv teilnimmt, je nachdem, mit Zittern, Spaß, Leid oder Rührung, je nach der Eigenart jedes einzelnen.

Die Arbeit von Serge Wilfart konnte ich mir überhaupt nicht im voraus erdenken. Vor der Teilnahme am ersten Seminar, hatte ich sein Buch "Le chant de l'être" ("Die Melodie meines Wesens") gelesen. Meines Erachtens, gibt das Buch, - so interessant die Lektüre auch sein mag -, keine genaue Vorstellung von dem, was man im Seminar erlebt. Auch habe ich mich nicht wegen der Lektüre des Buches zum Seminar angemeldet, sondern aufgrund einer direkten Erfahrung der Arbeit von Serge Wilfart mit einem Schüler.

Wenn im Buch von Zentralität des Atmens die Rede ist, klingt das sehr abstrakt. Aber im Seminar stellt sich heraus, dass das Phänomen sehr konkret, einfach und überhaupt nicht geheimnisvoll ist.

Meine Idee hierüber ist folgende : sprechen, vokalisieren, singen sind menschliche Tätigkeiten, die auf eine Technik verweisen; aber die Technik ist Konsequenz, nicht Ursache.

Wie kann man das feststellen? Ganz einfach. Serge Wilfart (oder einer seiner Assistenten) gibt keinerlei technische Anweisungen. Das heißt, er sagt nicht, wie man sprechen, vokalisieren oder singen soll. Er lädt einfach dazu ein, gewisse Vokale oder Liedstücke in einer bestimmten Körperhaltung vorzutragen. Diese kann gleich bleiben, oder aber auch variieren, je nach Ablauf der Arbeit, manchmal mit gezielten Eingriffen am Körper.
Durch diese Dynamik werden genaue, spürbare, und manchmal aufsehenerregende Verbessungen im Sprechen, Vokalisieren und Singen erzeugt.

Der Stimmklang ist die Basis von allem, denn man kann nicht unmittelbar darauf einwirken, oder gar Methoden erlernen ihn zu erzeugen oder nachzuahmen. Jeder hat seinen eigenen. Es geht nur darum, es ihm zu ermöglichen sich zu entfalten, wörtlich gesagt, ihm die Stimme zu öffnen.
Das ist in sehr geraffter Form das, was ich als Beobachter erlebt habe. Leider kann meine Beschreibung davon bei weitem nicht den Reichtum, die Vielfalt, und auch die Schönheit dessen vermitteln, was man da erlebt.

Was aber habe ich selbst als Teilnehmer davongetragen ? Das wird jetzt schwieriger zu beschreiben, denn es ist notgedrungen an meine eigene Psyche, also auch an meinen Lebensweg gebunden. Um einen kurzen Einblick zu geben, muss ich von einem beschreibenden Register, auf ein eher suggestives wechseln. Ich werde deshalb zwei Empfindungen erwähnen, die sowohl buchstäblich zu nehmen sind, als auch im übertragenen Sinn zum Schwingen kommen können, um die vielfältigen Richtungen auszuloten, in denen sie einen Sinn ergeben. Ich wiederhole, dass ich keine musikalische Ausbildung habe, und lediglich als Amateur im Chor singe.

Die erste Empfindung mit der ich die Arbeit des ersten Seminars (Atem/Stimme) zusammenfassen könnte, ist die, dass ich bisher immer sang wie jemand, der versucht zu springen, ohne sich dabei seiner Beine zu bedienen, sondern nur seines Hüftgelenkes. Am Ende des Seminars, stand ich fest auf beiden Beinen, und die sangen auch mit.

Beim zweiten Seminar (Gesang), das noch intensiver war als das erste, habe ich empfunden, dass ich die Erlaubnis bekommen hatte (oder mir selber gegeben hatte), mit meiner eigenen Stimme zu singen.

Ich könnte sicherlich mehr dazu sagen, aber ich ziehe es vor, das Echo meiner Erlebnisse diesen beiden Empfindungen anzuvertrauen.

Francesco Gana.
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